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Allegorien des Lebens
21.12.2013, 12:15,
#1
Music  Allegorien des Lebens
Hallo zusammen,

hm, von "News und Ankündigungen" kann man bei dem Beitrag eigentlich nicht sprechen. Passt aber trotzdem am besten hier rein.

2006 hab ich auf der alten chapman-stick.de Seite eine Rezension zur CD "Allegorien des Lebens" des Mathias Sorof Project geschrieben.

Und weil ich immer noch denke, dass das eine bemerkenswerte Platte ist, hab ich mein Geschreibsel von damals aus der Datensicherung rausgesucht und stelle es hier noch mal zur Verfügung.

Mathias Sorof Projects - "Allegorien des Lebens"
Zurücklehnen, entspannen, öffnen und genießen. So holt man aus dieser CD raus, was in ihr steckt.
„Erwachen", das erste Stück auf Mathias Sorofs CD "Allegorien des Lebens" führt den Hörer sehr behutsam mit feinen Texturen und Klanglandschaften in die Welt zwischen Hell und Dunkel. Neben getappter Gitarre und elektronischen Klängen ist sporadisch der Sopran von Libena Karsch zu hören.
"Bewegung" kommt sehr spielerisch daher. Treibende Arpeggien auf dem Chapman Stick begleiten den Sopran, der in einer Art Kunstsprache lebhaft tiriliert. (Anspieltipp!).
Für "Angst" verwendet Mathias Sorof vor allem die tiefen Lagen des Chapman Stick. Die verzerrte Melodie, die mich ein wenig an Mike Oldfield erinnert, kommt von der getappten E-Gitarre.
Spätestens mit "Ich" wird klar, dass auf "Allegorien des Lebens" nicht nur Stücke aneinander gereiht, sondern Themen motivisch bearbeitet werden, sich über die Stücke hinweg weiter entwickeln. So taucht die Melodie aus "Angst" - diesmal auf dem Stick gespielt - wieder auf und führt in eine fröhliche, liedhafte Melodielinie.
"Maske" featured Libena Karsch, die hier den ganzen beeindruckenden Umfang ihrer Stimme zum Einsatz bringt. Wer auf textliche Aussagen hofft, geht leer aus. Wieder wird sehr packend tiriliert, gejazzt, geknurrt. Für diese Klänge muss man sich musikalisch öffnen, um hinter die ganze Schönheit zu kommen. Spontan kam mir der Vergleich zu den Gesängen der Band Magma - auch zuerst harte Kost, bis man völlig ergriffen und schließlich süchtig danach wird.
"Kampf" verarbeitet erneut bereits bekannte Melodielinien aus "Angst" bzw. "Ich". Wieder verzerrt, diesmal - dem Titel entsprechend - teils recht wild. Libena Karsch antwortet mit orientalisch anmutenden "Mecker"-Lauten in einer Sprache, die ich entweder nicht kenne (gut möglich), oder die es auf diesem Planeten nicht gibt.
Die nächsten vier Minuten fünfzehn gönnt uns Mathias Sorof "Ruhe". Ein Stück, das vor allem aus elektronischen Klängen und MIDI-Gitarre besteht. Gibt man sich der CD als Ganzes hin, erreicht man nun eine tiefe, meditative Entspannungsphase.
Beim Hören des Folgestückes "Macht" sehe ich vor meinem inneren Auge eine weite Wiese, auf der langsam aber sicher ein riesiges Heer von kampfbereiten Samurai-Kämpfern erscheint. Alles wird von unheimlichem tiefen Grollen begleitet, Libena Karsch singt unheilvolle Melodien, gelegentlich ist ein mächtiger Gong zu hören. (Filmmusikverdächtig!)
Auf "Dual" wird der Sopran wieder nur durch den Chapman Stick und spärliche Percussion getragen. Erstmals setzt Libena Karsch auch Obertongesang ein und zeigt somit, dass sie noch lange nicht alle ihre Fähigkeiten preisgegeben hat. Diese Technik kommt auf "Zweifel" noch ausgeprägter zum Tragen. Die Obertöne baut die Ausnahmesängerin teilweise auf ähnlich derb-rauhe Grundtöne auf, wie man es z.B. von der mongolischen Gruppe Huun-Huur-Tu kennt.
"Ritual" hat orientalischen Charakter. Schwere Rhythmen treiben den (leider etwas zu sehr in den Hintergrund gemischten) Chapman Stick und die komplexen Gesangs-Melodien an. Die tapping guitar wartet mit verzerrten Akkorden auf, und doppelt teilweise die Gesangslinien. Natürlich lässt es sich Mathias Sorof nicht nehmen, auch den Chapman Stick noch einmal ausgiebig zu featuren.
Das Solo-Stück "Hoffnung" überzeugt durch wunderschöne Melodien und einen eigenständigen, transparenten Stick-Sound. Das dreizehnte Stück bildet die Reprise zu "Bewegung". Noch einmal kann man kurz das harmonische Zusammenspiel von Stick und Sopran, Sorof und Karsch genießen.

Dann heißt es Augen aufmachen, blinzeln, langsam wieder die Welt um sich wahrnehmen und mit gutem Gefühl den Rest des Tages angehen. Mir machen die "Allegorien des Lebens" immer wieder aufs Neue Spaß und ich bin schon sehr auf weitere Produktionen der Sorof/Karsch GbR gespannt.

Die Website von Mathias Sorof findet ihr hier.

Happy tapping,
Karsten
Antworten
11.01.2014, 23:34,
#2
Video  RE: Allegorien des Lebens
Heute hat Mathias ein tolles neues Video veröffentlicht:


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